Grußwort zu Ostern von Propst Plantzen

Liebe Leserinnen und Leser,

als der Bürgerrechtler Martin Luther King ermordet wurde, rief einer seiner Anhänger den vielen von Trauer wie gelähmten Menschen zu: „Der Träumer ist tot, aber sein Traum lebt weiter!“

An Ostern können wir Christen rufen: „Wir können unseren Traum leben, weil der Träumer lebt.“ Jesus lebt. Und mit ihm lebt sein Traum von der Welt Gottes in der Welt der Menschen, der Traum von Liebe in einer Welt des Hasses, vor allem der Traum vom Leben inmitten der Erfahrung von Tod.

Zeichenhaft wird dies gefeiert in der Osternacht: Sozusagen als Träumende bringen wir aus der Dunkelheit das neue Licht in die Kirche. Im Licht der Osterkerze hören wir von den Träumen unserer Vorfahren aus dem Alten und Neuen Bund. Wir sind nicht die ersten und nicht die letzten, die Träume haben. Mit den Träumenden vor uns erfahren wir, dass unser Gott ein Gott ist, der alle Wege mit uns geht. In das Licht des beginnenden Morgens tragen wir diese Botschaft hinaus und fühlen uns ermutigt, die Träume in Taten umzusetzen.

In der Liturgie sieht das so einfach aus: Gestern noch Karfreitag, heute schon ist Ostern. Gestern hing der Herr noch am Kreuz und wurde ins Grab gelegt. Heute sind Kreuz und Grab leer. Aber so einfach ist das nicht: Es kann ein ganzes Leben dauern, bis einer ein österlicher Mensch wird. Es kann ein ganzes Leben dauern, bis einer seine Träume umsetzt.

Ostern ist erst ein Anfang. Das wird für uns sichtbar, wenn wir bedenken, dass die Osterzeit 50 Tage dauert, die Fastenzeit nur 40.

Im Namen des Pastoralteams und des Pfarrgemeinderats wünsche ich Ihnen ein gesegnetes Osterfest und eine festliche Osterzeit, in der Träume wahr werden.

Propst Werner Plantzen, Pfarrer