Pfarreiwandertag in Wort und Bild

Circa 30 katholische Christen aus den unterschiedlichen Gemeinden Wattenscheids machten sich am Samstag, den 23. September im Rahmen des Pfarreiwandertages der katholischen Pfarrei St. Gertrud auf den Weg. Sich untereinander und die Kirchorte in Wattenscheid näher kennenlernen, war dabei das Ziel – und natürlich sich gemeinsam auf den Weg zu machen. „Gerade in einer Zeit, in der viel in Bewegung ist in der Katholischen Kirche und wir darüber nachdenken, wie unsere Wattenscheider Pfarrei sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln soll, ist es wichtig, sich zu kennen und gemeinsam in dieselbe Richtung zu gehen.“, erklärt die Organisatorin Sara Feldmüller das Projekt. Los geht es in Eppendorf. In St. Theresia versammeln sich die Pilger für ein kurzes Mittagsgebet. Sara Feldmüller lädt die Teilnehmenden dazu ein, sich auf dem Weg gerade mit den Menschen auszutauschen, die sie noch nicht (so gut) kennen. Es geht quer durch den Südpark nach St. Marien. Dort ermöglicht Gudrun Dördelmann, die zur dortigen Gemeinde gehört, den Teilnehmern eine ganz besondere Begegnung mit dem Kirchenraum.

Nach ein paar Informationen zur Einweihung und zur baulichen Gestaltung der Kirche – Das Zeltdach passt wunderbar zum Wandertag. – leitet sie einen meditativen Gang durch den Kirchenraum an. Zu der Musik des Pachelbel-Kanons können die Teilnehmer den Kirchenraum auf sich wirken lassen. Sie bewegen sich dabei im sogenannten „Pilgerschritt“ – drei Schritte vorwärts und ein Schritt zurück. Dabei wird erfahrbar, dass man aus einem Schritt zurück auch wieder Kraft und Schwung für den Weg nach vorn gewinnen kann. Das Abschlusslied zur Musik von Helge Burggrabe lädt ein, sich gegenseitig in die Augen zu sehen und einander zuzusprechen: „Gesegnet bist du, ein Segen bist du“, was begeistert aufgenommen wird.

Die nächste Wegstrecke führt zur Pilgerkapelle St. Bartholomäus. Die Kapelle kennen viele als Ort zum stillen Verweilen, doch bei der Kirche Herz Jesu, wenige Schritte weiter, hört man vielfach: „In der Kirche war ich ja noch nie.“ Aber der Besuch lohnt sich. Während einige sich früher verabschieden müssen, stoßen andere Pilger jetzt erst dazu. Jeder so wie er kann. Gemeinsam lernen sie nicht nur neue Kirchenräume, sondern auch neue Wege durch Wattenscheid kennen. Bis zur Kirche St. Johannes in Leithe ist die Gruppe eine ganze Stunde unterwegs. Das Wetter ist den Wanderern hold, doch der Weg macht müde und durstig. Umso mehr freuen sich alle über die Stärkung, die Gemeindereferentin Anke Wolf an der Vesperecke vor der Kirche bereitgestellt hat. Ihr Engagement und das tatkräftige Mitwirken einiger Helfer hat die Kirche St. Johannes in eine ruhige Oase verwandelt. Bei Taizé-Liedern und Kerzenschein können alle zur Ruhe kommen und Kräfte sammeln für den letzten Wegabschnitt. Sicherlich wird der eine oder andere Teilnehmer mal wieder zu einem Taizé-Gebet nach St. Johannes kommen. Mit der Vorabendmesse um 18 Uhr haben die Pilger ihr Ziel erreicht. Propst Plantzen, der selbst ein Stück des Weges mitgegangen ist, zeigt die Bedeutung des Pfarreiwandertags auf: „Die Pilgerinnen und Pilger haben Kirche als Volk Gottes auf dem Weg versinnbildlicht.“ Nach gut 13 Kilometern Wegstrecke und verschiedenen Programmpunkten freuen sich alle auf das gemeinsame Pizzaessen.

Nach der gemeinsamen Wanderung fragen viele nach einer Wiederholung. Sara Feldmüller hat sogar schon einen Plan für das nächste Jahr in der Tasche. „Die ursprüngliche Idee war, an diesem Tag alle Kirchen der Pfarrei zu besuchen, aber das haben sie mir zum Glück im Pfarrgemeinderat ausgeredet.“ Statt eine Tagestour sind aus dem Projekt zwei Halbtagestouren geworden: Dieses Jahr war die „Ostroute“ dran, nächstes Jahr soll die „Westroute“ folgen: von St. Maria Magdalena, vorbei an der ehemaligen Kirche St. Nikolaus, über St. Joseph, Herz Mariä und das Kolumbarium St. Pius schließlich zur Pfarrkirche St. Gertrud.