Wort zum nicht-alltäglichen Alltag – Kerze im Fenster

Wort zum nicht-alltäglichen Alltag‚ – liebe Leserinnen und Leser, in dieser Zeit der Krise wollen Seelsorgerinnen und Seelsorger aus Wattenscheid Sie unter der Woche mit einem kleinen Impuls unterstützen. Er soll dazu helfen soll, den Kopf frei zu bekommen, weiter zu denken oder auch wieder einmal herzlich zu lachen. Sie finden diese Impulse auch auf den Homepage der evangelischen Gemeinde und im Lokalteil der WAZ:

Kerze im Fenster

Alltäglich ist zurzeit nichts. Ich habe das Gefühl, jeden Tag muss ich neu erfinden. Die Nachrichten am Abend sagen mir, wie es um die Deutschland und die Welt steht. Für meine kleine Alltagswelt muss ich dann sehen, was das bedeutet: Mundschutz tragen? Abstand halten? Handschuhe anziehen? Hände desinfizieren? Und immer wieder Hände waschen, man weiß ja nie! Vielleicht ist das das Schlimmste: die Verunsicherung, die über allem wie eine dunkle Wolke hängt. Niemand kann sagen, ob wir alles richtig machen. Keiner weiß, was die nächsten Tage bringen werden. Die selbstverständlichsten Alltagsdinge bekommen mit einem Mal ein dickes Fragezeichen. Darf ich das noch? Geht das so? Gefährde ich niemanden, auch mich selbst nicht? Alles ist fragwürdig geworden, kein Kontakt ist mehr selbstverständlich. Allgemeine Verunsicherung, schwer auszuhalten!

Jeden Abend stelle ich um 19.00h zusammen mit vielen Christinnen und Christen in Wattenscheid und sicher auch mit vielen anders glaubenden oder auch ungläubigen Menschen ein Kerzenlicht in mein Fenster: ich will daran erinnern, dass wir miteinander verbunden bleiben: Nachbarn, Freunde, Gemeindemitglieder. Ich will sagen, wie sehr ich die Menschen schätze, die in diesen Tagen ihre alltägliche Arbeit tun: im Lebensmittelgeschäft, im Krankenhaus, in der häuslichen  Pflege, in aufmerksamer Sorge um Alte und Kranke, die zu Hause Hilfe brauchen. So viele tun unauffällig das Notwendige! Das trägt und ist verlässlich und findet meinen Respekt und Dank.

Ich bete dann und bitte Gott, uns und diese Welt zu bewahren.

 

Ihr Pastor Hans-Werner Thönnes

Pastor Dr. Hans-Werner Thönnes
St. Marien und St. Maria Magdalena mit Theresia
Tel.: 02327 /  9746332
e-Mail: hans-werner.thoennes@bistum-essen.de